Montag, 21. Mai 2012

Wohin mit der Euro-Masse, Herr Sarrazin?





Wieder ein recht Blut-leerer Sarrazin, der störrische Wahrheiten ausspricht


Nun haben wir Massen, Berge, Un-Berge des Euro, verteilt auf der ganzen Welt und fleißig verwässert durch die EZB, die drucken und drucken lässt, um die Klamm-Staaten in der Eurozone zu bedienen, über sie die mächtigen Banken natürlich, die ihre Forderungen einstreichen wollen, und da sagt so ein spröder, Zahlen-verliebter Schubs-Beamten-Autor: Europa braucht den Euro nicht.

Die Trennung hatte ich hier auf dem Internet-Schreibtisch ebenfalls propagiert. Den Euro an die europäische Kultur anzukoppeln, hielt ich für falsch. Da steht schwarz auf weiß, was getan werden muss, um den Euro zu verbessern. Gehört hat niemand, auch die Kanzlerin nicht. Sie ist beim Thema Sparen stecken geblieben, hat ihren Zieh-Sohn Röttgen damit nach NRW geschickt, obwohl die Menschen die Ohren verschließen, wenn das Wort Sparen fällt. Schließlich ist das Sache der Politik, denn sie hat diese Schuldenberge zu verantworten. Die richtige Strategie wäre gewesen: Mund zu, aber realiter tatsächlich sparen, wo immer es geht, um Neuverschuldungen zu stoppen und die eigentliche Verschuldung abzubauen. Verwaltung abzubauen, Verwaltung zu rationalisieren etc, da ist nichts geschehen. Jedesmal, wenn Röttgen das Schulden vermeiden rhetorisch anschnitt, dachten die Leute, sie werden nun geschröpft. So kann man keine Wahl gewinnen. Gewisse Dinge müssen in der Politik schweigend und konsequent erfolgen. 

Das andere Thema: Europa und der Euro. Da hatte ich Sarrazin in vielem vorweggenommen, zusätzlich aber gesagt, was zu tun ist: Euro von Europa mental trennen, eventuell sogar eine Qualität-Währung schaffen, an die sich teilnehmende Staaten auch außerhalb Europas halten, vor allem aber dem Euro Flexibilität verschaffen.

In Moment ist der Euro in Deutschland unterbewertet, ähnlich China, das seine Währung künstlich klein hält, um den Export zu garantieren. Deutschland schafft es mit einer starren Bewertung, die Euro-Staaten, die einen haushoch überbewerteten Euro haben und unterstützt werden, einschließt. Die Starre umfasst also die Geber- und Nehmer-Länder des Euro-Landes gleichermaßen. Das ist falsch. Darum schuf ich das Modell einer digitalen Bewertung, die jeweils eine Landeswährung simuliert. Die Konsequenz sollte sein, dass die Nehmer-Länder nicht so viel bekommen dürfen und die Geber-Länder nicht so viel geben brauchen, weil Unter- und Überbewertung berücksichtigt sind.

Mein Internet-Schreibtisch hat also die Modelle, um den Euro, die Massen und Berge, zu behalten und zu einer Qualität-Währung zu machen. Dazu gehören natürlich Strukturreformen, Vereinheitlichungen der Verwaltung etc, aber nicht etwa durch neue Neuverschuldungen, sondern durch Streichung im Aufgeblähten, das sich um die Steuerzapfhähne in seltener Einmütigkeit wegen der persönlichen Vorteile gebildet hat.

23/Mai/2012 13:49 +7 GMT

Interessant die Aussagen eines "Makro-Ökonomen" aus Berlin, gesehen in der DW, der einen G-EURO vorschlug, der niedriger bewertet wird, während für ihren Export die Griechen ihren Voll-EURO verwenden sollen. Dieser Vorschlag geht in meine Richtung, bleibt aber auf halben Wege stehen. Mein Konzept vermeidet eine reale zweite Währung und sah eine virtuelle Abwertung aller betroffenen Euro-Staaten vor. Aber auch ich hatte unterschieden: die virtuelle Abwertung sollte die Konsequenz haben, dass die staatlichen Verwaltungen, Anstellungen, Gehälter ausnahmslos betroffen sind, der Export aber durch den Voll-Euro honoriert wird. Dieses Modell wäre für alle Staaten im Euro-Raum gut, die unverantwortliche Staat-Schulden angehäuft haben. In Deutschland müsste berücksichtigt werden, dass eine virtuelle Simulation der DM einen hohen Exportverlust zur Folge hätte und die Staat-Schulden um so drückender werden. Also auch hier: weniger Geld für den aufgeblähten Beamten-Apparat, für Staat-Bedienstete, mehr Mittel für den Export.

Wer meine älteren Beiträge sucht, kann wir ich, auch ich muss suchen bei Google zum Beispiel eingeben: michavrhein was falsch gemacht


Samstag, 7. April 2012

Grass "dichtet" Blech und trommelt auf sich ein



Grass schafft sich ab

Grass schrieb ein Gedicht für drei Zeitungen, zunächst waren es drei, nun sind es alle. Trotzdem bemängelte Grass, dass der Inhalt seines Gedichtes, das eher ein Pamphlet ist, nicht genau genug gelesen wird. Nach dieser Rüge las er es selbst nochmal durch und stellte fest, er habe die Juden allgemein gar nicht gemeint.
  1. "Warum schweige ich, verschweige zu lange,
  2. was offensichtlich ist und in Planspielen
  3. geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
  4. wir allenfalls Fußnoten sind.
    _____
  5. Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
  6. der das von einem Maulhelden unterjochte
  7. und zum organisierten Jubel gelenkte
  8. iranische Volk auslöschen könnte,
  9. weil in dessen Machtbereich der Bau
  10. einer Atombombe vermutet wird.
    _____
  11. Doch warum untersage ich mir,
  12. jenes andere Land beim Namen zu nennen,
  13. in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
  14. ein wachsend nukleares Potential verfügbar
  15. aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
  16. zugänglich ist?
    _____
  17. Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
  18. dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
  19. empfinde ich als belastende Lüge
  20. und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
  21. sobald er missachtet wird;
  22. das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.
    _____
  23. Jetzt aber, weil aus meinem Land,
  24. das von ureigenen Verbrechen,
  25. die ohne Vergleich sind,
  26. Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
  27. wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
  28. mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
  29. ein weiteres U-Boot nach Israel
  30. geliefert werden soll, dessen Spezialität
  31. darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
  32. dorthin lenken zu können, wo die Existenz
  33. einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
  34. doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
  35. sage ich, was gesagt werden muss.
    _____
  36. Warum aber schwieg ich bislang?
  37. Weil ich meinte, meine Herkunft,
  38. die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
  39. verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
  40. dem Land Israel, dem ich verbunden bin
  41. und bleiben will, zuzumuten.
    _____
  42. Warum sage ich jetzt erst,
  43. gealtert und mit letzter Tinte:
  44. Die Atommacht Israel gefährdet
  45. den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
  46. Weil gesagt werden muss,
  47. was schon morgen zu spät sein könnte;
  48. auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
  49. Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
  50. das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
  51. durch keine der üblichen Ausreden
  52. zu tilgen wäre.
    _____
  53. Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
  54. weil ich der Heuchelei des Westens
  55. überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
  56. es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
  57. den Verursacher der erkennbaren Gefahr
  58. zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
  59. gleichfalls darauf bestehen,
  60. dass eine unbehinderte und permanente Kontrolle
  61. des israelischen atomaren Potentials
  62. und der iranischen Atomanlagen
  63. durch eine internationale Instanz
  64. von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.
    _____
  65. Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
  66. mehr noch, allen Menschen, die in dieser
  67. vom Wahn okkupierten Region
  68. dicht bei dicht verfeindet leben
  69. und letztlich auch uns zu helfen."

Kritik am Grass-Prosa-Gedicht: Was gesagt werden muss (meine ich nun auch)

Der Vierzeiler der ersten Strophe kommt nicht mehr vor, Fünf- und Sechszeiler folgen willkürlich. Gesetzmäßigkeit ist schwer zu finden, also ist es kein herkömmliches Gedicht, sondern ein Prosa-Gedicht, eine Form, die Grass schon früher verwendet hat. Die Frage, ob es sich um ein Gedicht handelt, muss bejaht werden, Prosa-Gedichte sind inzwischen eine legitime Form.

Nun zum Inhalt. Grass stellt in 1-4 ein Ende in Aussicht und bezeichnet sich selbst mit etwas Glück als "Fußnoten-Überlebenden", eine witzige Vorstellung, da er bereits 85 Jahre alt ist (mein Respekt). Offenbar wollte er sich vor seinem Ableben schnell noch als "Überlebenden" deklarieren und sich den Shoah-Überlebenden an die Seite schummeln. Diese Vorstellung ist nun aber erst recht aberwitzig, da er SS-Mann war.

In 5-10 beschäftigt er sich mit dem atomaren Erstschlag, den alle Atombomben-Länder zur Abschreckung beanspruchen. Hitler hätte den Erstschlag durchgeführt, wenn er gekonnt hätte. Seine fieberhaften Versuche liefen alle in Richtung einer solchen "Wunderwaffe". Vor der Abschreckung wagte den Erstschlag nur eine einzige Nation, aber auch nur deshalb, weil sie damals die einzige Atom-Macht war. Sobald ein Gleichgewicht des Schreckens entstand, wagte kein Land mehr den Erstschlag. Am wenigsten ist Israel ein solcher Erstschlag zuzutrauen. Angriffe auf Nuklear-Anlagen des Iran könnten allenfalls mit konventionellen Waffen durchgeführt werden. Die Atombombe ist Tabu, weil die eigene Existenz extrem gefährdet wäre. Kein Israeli würde das iranische Volk "auslöschen" können und wollen. Dann frage ich mich, warum Grass dieses Gedicht überhaupt geschrieben hat. Vielleicht findet sich am Ende eine Antwort.

In 11-16 beschreibt Grass einen alten Hut, nämlich dass Israel über Atom-Waffen verfügt, die angesichts seiner Bedrängtheit in der Arabischen Welt als Abschreckung dienen. Diese Tatsache rechtfertigt ein solches Prosa-Gedicht jedenfalls nicht. Dann würden wir ein Gedicht Pakistan, Indien, Nordkorea etc. erwarten, wo der Finger am Atom-Abzug wesentlich lockerer und zittriger hantiert als ausgerechnet in Israel.

In 17-22 quält sich Grass damit herum, ob er nun wieder als Antisemit gelten würde und ob dies strafbar sei. So etwas gehört nicht in ein Gedicht, meine ich. Er ist ängstlich und will mit schlechtem Stil vorbauen, 

In 23-35 steht eine wichtige Aussage. Grass kritisiert zurecht die deutsche Lieferung eines U-Boots nach Israel, das Atom-Sprengköpfe abfeuern kann und damit die Abschreckung auch wirklich glaubhaft macht. Grass lenkt diese Sprengköpfe in eigener Logik auf den Iran. Ist er israelischer Premier oder General? Woher nimmt er diese Logik? Die deutsche Lieferung könnte noch angegriffen werden, die Verwendung aber liegt jenseits allen Wissens eines Grass. Legt man orthodoxes Judentum zugrunde, verbietet sich schon aus Glaubens-Gründen ein Erstschlag. Er ist einfach nicht möglich. Grass schafft sich mit seinem Prosa-Gedicht ab, Israel schafft sich nicht ab und baut auf eine Jahrtausende alte tief gläubige Tradition, die vorschreibt, nicht morden, stattdessen vergelten zu dürfen. Ein atomarer Erstschlag wäre Völkermord. Nein, niemals wird der unausgesprochene Grass-Wunsch in Erfüllung gehen, Israel agiere wie einst Hitler. Niemals! Grass ist auf einen Holzweg geraten, um seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Persönliche Wehwehchen mischen sich mit der Hybris, auf komplizierte Welt-Politik Einfluss nehmen zu können. 

Die Zeilen 36-52 sind anbiederisch, sentimental und auch zutiefst unwahrhaftig. Deutschland als Zulieferer eines "voraussehbaren" Verbrechens am Weltfrieden, das Israel bar jedes Wissens angelastet wird, ist darin wieder in der Kritik. Grass ängstigt sich aufgrund eigener Vermutungen zulasten Israels. Die Krieg-Treiberei des Iran wird völlig außer Acht gelassen. Diese Einseitigkeit wirkt nicht besonders intelligent.

In 53-64 ist Grass der "Heuchelei" des Westens überdrüssig, heuchelt aber selbst. Er kann den Widerspruch, SS-Mann gewesen zu sein und nun atomaren Gewalt-Verzicht zu fordern, nicht ausreichend klären. Der Applaus von Neonazis ist heftig und wird von ihm irgendwie auch angenommen, angeblich passiv angenommen. Eine "internationale Instanz" soll helfen, belehrt Grass.

65-69 vergisst Grass, den Begriff einer "vom Wahn okkupierten Region" auch auf Syrien zu beziehen. Grass ist eben auf Israel, auf die Juden, auf die israelische Regierung fixiert, so wie es sich für einen alternden Kämpen der Blut-treuen SS gehört.




Montag, 23. Januar 2012

Vision: eine Supernation in Palästina



"Die meisten Menschen auf der Welt sind sich nicht bewußt, daß viele orthodoxe Juden den Staat Israel und die Besetzung Palästinas ablehnen. Sie glauben, dass der Zionismus eine Gefahr für den Frieden in der Welt darstellt. Einer von ihnen ist Rabbi Josef Antebi, der von Zionisten gefoltert wurde. Ich traf ihn am letzten Tag von Hanuka in Amsterdam."

Viel Kraft steckt im Judentum. Vor Jahren hatte ich eine Lösung für Palästina ausgearbeitet, gegen Mauern, gegen Isolation. Die Vision war ein Staat Palästina mit Palästinensern in der Knesset, gemeinsame Wahlen. Das aufrüttelnde Video zeigt, dass ein Teil des weltweiten Judentums die Kraft dazu aufbringen würde.

Der Rabbi legt Schrifttum und eine "Bestrafung" Gottes zugrunde, die zur Diaspora führte. Jüdisches Schicksal sei es demzufolge, einen sinnvollen geistigen Ort innerhalb anderer Völker zu finden. Diese "Bestrafung" sehe ich nicht. Deshalb kommt mein Konzept eines gemeinsamen palästinensischen Staates mit einem gemeinsamen Parlament dem Rabbi nur auf halben Wege entgegen. Juden wie Palästinenser haben einen historischen Anspruch auf eigenes Land. Sie sollten sich das Gesamtgebiet gemeinsam teilen und eine gemeinsame Supernation gründen, in der die Ausübung der verschiedenen religiösen Richtungen zur persönlichen Freiheit gehört, garantiert von einer gemeinsam ausgearbeiteten Verfassung

Montag, 2. Januar 2012

Zehn Jahre Euro: die Schulden-Schule. Ist der Euro schuld?





Wie komme ich aus meinen Schulden raus, wie da raus! Wir dachten: "Der Staat macht es doch auch!" Ist der Euro schuld?

Die europäischen Staaten-Verschuldungen sind nicht allein das Problem. Auch Privat- und Firmen-Verschuldungen spielen eine wesentliche Rolle; ihnen stehen aber Vermögen gegenüber. Im Laufe der Zeit hat sich eine Verschiebung ergeben. Mehr öffentliche Verschuldung bedeutete auch Vermögen-Zuwachs vieler privater Anleger. Japan beispielsweise ist hauptsächlich bei seinen eigenen Bürgern verschuldet. Eine gute Fiskal-Politik muss verhindern, dass Inflation diese Investitionen dahin schmelzen lässt. Einige nationale Notenbanken in Europa und vor allem die EZB werden zurzeit hervorragend geführt, so dass berechtige Hoffnung auf "konzertierte Aktionen" im Sinne zukünftiger Euro-Stabilität besteht (am 3/Januar/2012 ergänzter Absatz).

21/Nov/2011 schrieb ich:
Was wäre nun richtig, wenn so viel falsch gemacht wird? Richtig wäre nun in dieser Situation, den Euro mental von Europa zu trennen und zu einer offenen Qualitäts-Währung zu machen, die ein implementiertes selbstheilendes Regelwerk hat, zu dem sich Parlamente bekennen müssen, wenn sie teilnehmen. Je nach dem ob eine solche Qualität gelingt, die auch die Staatsschulden durch einen Automatismus reduziert, kann eine solche Währung auch offen sein für die Teilnahme von Nationen außerhalb Europas.
10/Dez/2011 schrieb ich
  • Die Beschränkung des Euro auf eine sachliche und auch offene Qualitäts-Währung, die ihre Schulden abbaut.
  • Die allmähliche Reduzierung von Staats-Schulden durch einen implementierten Automatismus im Regelwerk. Bisher beschränkt sich der angestrebte Automatismus auf eine Bremse gegen Neuverschuldung.
  • Die völlig falsche Sichtweise auf Europa durch die Brille fiskalischen Fehlverhaltens. Die Sichtweise auf die kulturellen und universellen Stärken Europas fehlt.

Auch an anderen Stellen stehen Teile dieses Konzeptes. Das Splitting hat mit den Ereignissen zu tun, die ungeordnet jeden Tag aktuell sind. Die beiden Zitate genügen aber, um zu zeigen, dass meine Ideen offenbar aufgegriffen wurden. 


Der französische Zentralbankchefs Christian Noyer prognostizierte nämlich gestern, am 1/Jan/2012, dass der Euro zur weltweiten Leitwährung aufsteigen kann, die wichtigste Währung werden kann, wenn sich die teilnehmenden Länder auf eine gemeinsame Wirtschaft-Politik und einen straffen Haushalt-Pakt einigen.

Rund einen Monat nach meinem Konzept hat "europäische Intelligenz" reagiert. Als ich am 21/Nov/11 und 10/Dez/11 meine Vorstellungen aufschrieb, tendierten die gesamte Politik und die gesamten Wirtschaft-Beratung-Unternehmen zu einer möglichen Rückkehr zu nationalen Währungen. Dagegen stemmte ich mich und öffnete die Perspektive auf einen Länder-unabhängigen globalen Euro. Gleichzeitig trennte ich ihn von der Europa-Nostalgie ab und bemängelte, dass der Euro mit falschen europäischen Vorstellungen verklebt sei. Das ganze Konzept war ein Befreiung-Schlag. Ich gab der Euro-Währung eine Zukunft, eben weil sie nicht an Länder gebunden ist, sondern weil sich Länder an ihn binden und sich entsprechend verpflichten.

Die "überraschende" Vision des französichen Zentralbankchefs dreht das Schiff nun ebenfalls in eine hoffnungsvolle Zukunft-Perspektive. Wer will nun behaupten, der Internet-Schreibtisch vRhein hätte keine Wirkung? Überraschende Argumente, die logisch sind, haben immer Wirkung und finden ihren Weg, auch wenn es manchmal etwas dauert, ehe sie greifen. 3/Januar/2012: Über die guten Chancen "europäischer Intelligenz" im Gegensatz zur nationalen Intelligenz hatte ich an mehreren anderen Stellen geschrieben.




Mittwoch, 9. November 2011

Iran Atom-Macht beim Barte des Khomeini



Eine dunkle Atom-Wolke entsteigt dem Geiste Khomeinis; sie verwandelt sich in die weiße Watte seines Bartes

Der Westen ist entsetzt, die Atom-Behörde der UN hat festgestellt: Iran arbeitete bis 2010 an der Bombe. Wissenschaftler anderer Länder halfen dabei. Israel überlegt einen Militärschlag gegen die Werke. Dies sei eine Sache aller Länder, nicht nur Israels, heißt es dort.

Pakistan hat die Bombe bereits. Niemand regt sich darüber sonderlich auf. Wahrscheinlich weil sich die USA nicht entschließen können, ob sie das Land als Partner-Land oder Feind-Land betrachten sollen. Israel ist von dieser Bombe nicht unmittelbar bedroht, das kommt hinzu. 

Wegen Iran lohnt ein militärischer Konflikt nicht. Meine Forderung: LASST DIE FINGER DAVON! Warum? Es wird weder einen Angriff auf Israel noch auf irgendein anderes Land geben, auch wenn der Iran die Bombe hat und Langstrecken-Raketen obendrein. Warum? Der Islam ist in seinem Kern verwundbar. Die Kaaba in Mekka könnte zerstört werden. Darum wird es nur ein hübsches Gleichgewicht geben.

weiter 10/Nov/2011

Ein Land sollte souverän entscheiden können. Iran verbindet die Souveränität über sein Waffen-Arsenal mit Trotz, Israel mit Schweigen, beide nutzen die gestresste Welt-Öffentlichkeit für Ankündigungen, Proklamationen,  Warnungen und Drohungen. Hoffentlich beruhigen sie sich. Die Medien leben auf, aber die Menschen haben die Streitereien satt. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist zurzeit die beste Plattform, um die Menschheit vor unüberlegten und vorschnellen Militärschlägen zu bewahren. Dort kann Partei ergriffen werden. Einzelne Länder sollten sich zurückhalten und vermeiden, sich zu positionieren.

Länder, die auf Atom-Waffen setzen, haben ein Problem. Die Macht, die schon ein wenig eingebildete Allmacht ist, muss verwaltet werden, zieht Zwänge auch konventioneller Aufrüstung nach sich. Macht-Gehabe mit Drohgebärden schadet dem Handel, kostet dem Land Unsummen seiner Währungs-Reserven und schürt Ängste auch seiner eigenen Bürger. Eine Staats-Religion verliert an innerer Glaubwürdigkeit, wenn sie einem "Allmächtigen" anmaßende Konkurrenz macht.

Atom-Arsenale kosten Freiheit, provozieren staatliche Sicherheits-Systeme, die den Menschen die Luft zum Atmen nehmen. Ein Krieg mit solchen Waffen kann nicht entschieden werden. Allmacht vor Augen, Untergang im Rücken, so wird am Ende alles zerstört. Die zivilen Vorteile, die mit wirtschaftlichem Wachstum verbunden sind, schwinden. Die Entscheidung eines Landes für eigene Atom-Waffen provoziert Spekulationen der Zerstörung und zehrt zivilen Wohlstand auf. Ein Land wird so auf Angriff gepolt, auch wenn Atom-Waffen angeblich nur der Abschreckung, der Verteidigung dienen sollen. Vor dem Polster von eigenen Atom-Waffen wächst die Angriffs-Lust. Die Entscheidung eines Landes für eigene Atom-Waffen ist eigentlich nur mit Nachteilen verbunden.

Nachtrag 11/Nov/2011

Kaum einen Tag hinterher kommt soeben die Meldung, dass die Nachbarn Irans aufgerüstet werden sollen. Was hatte ich gleich geschrieben? "... zieht Zwänge auch konventioneller Aufrüstung nach sich"?, "... provoziert Spekulationen der Zerstörung und zehrt zivilen Wohlstand auf"?, "... eigentlich nur mit Nachteilen verbunden"?

Montag, 24. Oktober 2011

Merkels Hutanprobe als EURO-QUEEN: EFSF, ESFS, ESA, ESM, ESRB, EBA, EIOPA, ESMA ... diffus wie die Hypo-Real-Estate!


ESFS, ESA, EFSF, ESM, ESRB etc. sind sehr, sehr kostspielige europäische Gewalt-Anstrengungen in Form neuer Kontroll-Behörden, erweiterbarer "Rettungs-Schirme" und Anti-Spekulations-Projekten. Sie dienen praktisch dem alleinigen Zweck, den Mitglieds-Ländern mehr Schulden zu erleichtern, sich dem vermeintlich gefährlichen Markt zu entziehen, (ergänzt:) angeglichene Verwaltungen von Brüssel aus zu implementieren, Zuschüsse für Infra-Struktur zu beschließen und die Verwendung oder Voraussetzungen von riesigen Rettungs-Paketen zu beaufsichtigen und zu kontrollieren (Ende ergänzt). Sie verhindern Schulden-Abbau und füttern Banken zusätzlich durch Neuverschuldungen, bewirken eine immer tiefere Abhängigkeit vom Finanz-Markt, obwohl die ganzen Anstrengungen gegen diese Abhängigkeit gerichtet sind. Ergänzung am 25/Oktober/2011: Das Zuckerbrot bewilligter Tranchen wechselt mit der arroganten Peitsche zentraler Kontroll- und Aufsichts-Funktionen, die nationale Souveränität weitgehend außer Kraft setzen. Aufsichts-Systeme beinhalten oder erzeugen sogar immer auch unterschiedliche Spitzel-Systeme und Verdächtigungen. Arroganz kann niemals eine Roadmap des Erfolges erzeugen. Sämtliches pädagogisches Wissen wird angesichts des Gezerres ums Geld über Bord geworfen. 

Eine europäische Akademie für Staatsführung fehlt. Ansätze von Computer-Simulationen bester Lösungen fehlen ebenfalls. Zentral-Arroganz dominiert, angebotene Schulung bleibt auf der Strecke. Schulden-Länder, die selbst tief im Schulden-Dreck stecken, wollen anderen Schulden-Ländern Vorschriften machen, nur weil die verdeckte Masse der volkswirtschaftlichen Verfehlungen vielleicht etwas geringer bewertet wird. Die dominanten "Dreck-Staaten" wehren sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen ein vorausgehendes Kehren vor der eigenen Haustür, um Vorbild sein zu können. Auch sie bedürfen der Schulung. Jede Akademie in dieser Richtung muss gegen den Morast der Korruption gerichtet sein, der Europa untergründig kennzeichnet. Zur Null-Balance einer Volkswirtschaft, die eine Simulation einer Abwertung ermöglicht, hatte ich mich letzten Donnerstag geäußert. Die Simulation ist notwendig, um die Nachteile eines starren Euro in den Griff zu bekommen und um die Vorteile, die eigene nationale Währungen besaßen, zu nutzen. Auch dieser Ansatz fehlt im genannten Ensemble, das Europa angeblich retten soll, siehe auch die folgende Begriffs-Klärung  Ende der Ergänzung.

Zur Begriffs-Klärung:

ESFS, European System of Financial Supervision, ist seit Angang 2011 eine europäische Finanzmarkt-Aufsichts-Behörde mit integrierten nationalen Finanzaufsichts-Behörden, European Supervisory Authorities = ESA, integrierter Aufsicht für Versicherungen und Altersversorgung, European Supervisory Authority for Insurance and Occupational Pensions = EIOPA in Frankfurt am Main, integrierter Europäischen Bankaufsichts-Behörde, European Banking Authority = EBA in London, integrierter Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichts-Behörde, European Securities and Markets Authority = ESMA in Paris, einem integrierten Komitee schon existierender europäischer Aufsichts-Behörden und integrierten nationalen Aufsichtsbehörden der EU-Mitgliedstaaten, schließlich einem locker angeschlossenen Europäischen Ausschuss für System-Risiken, European Systemic Risk Board = ESRB in der Europäischen Zentralbank EZB in Frankfurt am Main.

Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus (ESM), umgangssprachlich Euro-Rettungsschirm genannt, wurde am 21. Juli 2011 auf einem Gipfeltreffen von den 17 Mitgliedstaaten der Eurozone unterzeichnet und soll bis Ende 2012 von den Parlamenten der einzelnen Staaten ratifiziert werden. Er soll dann als offizielles Instrument den im Mai 2010 als Provisorium gegründeten Europäischen Stabilisierungsmechanismus ersetzen, der im Juni 2013 dann ausläuft. Er trägt bereits den Namen ESM, weil "Stabilitäts-Mechanismus" und Stabilisierungs-Mechanismus mit dem gleichen Buchstaben beginnen.

Zweiter Nachtrag am 25/Oktober/2011: Die Leitung der EZB und der Europäische Ausschuss für System-Risiken ESRB fanden keinen anderen Ausweg, als zu klotzen und Geld zu drucken. Eine leichte Inflation in allen Euro-Ländern würde diesen helfen. Die FED der USA wird nachgemacht. Inzwischen ist der Euro eine "kleine" Weltwährung geworden. Warum also nicht alle diejenigen rund um den Globus anzapfen, die Euros in der Tasche haben? Trotz der Euro-Schwemme der EZB lässt aber die Inflation noch auf sich warten. Warum? Die Ausbreitung des Euro benötigt einfach eine größere Geldmenge. Das Not-Drucken als Gegengewicht zu aufgekauften Ramsch-Staatspapieren, allen voran derjenigen der Griechen, erweist sich als Markt-Bedarf, angeglichen an eine immer größere Welt-Bevölkerung und die wirtschaftliche Verflechtung von immer entfernteren Winkeln der Erde. Die weltweite Masse an Euros wird genutzt, akzeptiert, hat im einzelnen ihren genauen Markt-Wert gemessen an der Qualität von Gütern, die verkauft/gekauft werden. Darum halten sich die Kurs-Schwankungen des Euro in Grenzen. Die hektischen Aktivitäten der "Retter" Europas und angeblich des Euro haben nur einen begrenzten Einfluss. Die Geld-Menge insgesamt ist träge wie ein Öl-Teppich.

Die Schlussfolgerung daraus wäre: keine Angst vor der richtigen Behandlung von Schulden-Ländern wie Griechenland. Selbst eine Schock-Therapie kann den "trägen" Euro nicht woanders hinkippen. Er bleibt den Menschen und Firmen, die ihn nutzen, erhalten. Ebenso träge und unveränderbar wie die weltweite Übereinkunft des Euro als Zahlungs-Mittel, oder die Menge als Wert, ist die Verschuldungs-Menge. Außerordentlich streng wacht die Allgemeinheit darüber, dass Euro-Schulden beglichen werden müssen. Der Kaufkraft stehen Tilgungs-Verpflichtungen gegenüber. Niemand kann sich entziehen. Beispiel: Orvieto in Italien (DW-Dokumentation heute). Die Stadtväter wollten die Kassen mit dem Ankauf von Derivaten aufbessern. Sie rissen noch größere Schulden-Löcher in die Kassen. Die Schulden müssen abgetragen werden, wie in unzähligen anderen Gemeinden und Städten in Europa, die ebenso hereingefallen sind. Kein Euro wird erlassen. Darum ist es ein Unding, Griechenland Schulden zu erlassen. Sie müssen bezahlt werden. Sie sollen durch Hilfs-Pakete bezahlt, aber sie können eigentlich nicht "erlassen" werden. Der Schulden-Schnitt ist in Wirklichkeit ein Übertrag von Schulden eines Landes auf seine Gläubiger, Privat-Banken wie, Private und wie andere Euro-Länder und deren verstaatlichte Landes- und System-Banken. Leider sind die Länder ebenfalls überschuldet und müssen sich deswegen letztlich zulasten seiner Bürger zusätzlich verschulden. Der europäische Finanz-Ausgleich findet im roten Bereich statt, innerhalb von roten Zahlen auch bei den Geber-Ländern, was das Abtragen von Staats-Schulden fast unmöglich macht. Zum großen Teil handelt es sich aber auch um "Angst-Schulden", weil Politiker keine unbeirrte starke Linie verfolgen und sich vor den Banken hertreiben lassen. Selbst die besser gestellten Länder wie Deutschland können mit dem Schulden-Abbau nicht beginnen. Regierung und Parlament akzeptieren bereits stillschweigend, dass der laufende Schulden-Dienst immer so weiter gehen muss und niemals endet, wie ein riesiger Berg, der nicht versetzt werden kann.

Die gestressten Retter benötigen irgend einen Erfolg nach den ganzen Sitzungen. Sie wollen nun einen "radikalen Schulden-Schnitt" Griechenlands. Warum die Eile? Ist es Trotz? Fehlt selbst der kleinste wirkliche Erfolg? Beugt man sich einem Druck von allen Seiten und insbesondere den Griechen, die ins Gespräch gebracht haben, nur höchstens die Hälfte überhaupt zahlen zu können? Nun soll der "radikale Schulden-Schnitt" von 60 (oder 50) Prozent die Lösung sein. In Wirklichkeit sollen die ungeliebten Banken geprüft werden. Die Retter schneiden sich aber ins eigene Fleisch. Deswegen nochmal die Frage: warum eigentlich die Eile? Zweiter Nachtrag

Mitten in die hektischen, betriebsamen, ziellosen und chaotischen Verhandlungen der Euro-Retter, ich sehe maus-grün, platzte die Nachricht, die Griechen kommen mit den Rettungs-Milliarden nicht aus. Ihnen war soeben die nächste Tranche bewilligt worden. Nun schon gleich das Begehren nach mehr, doppelt soviel. Sie haben noch nicht einmal ansatzweise ausprobieren können, ob sie mit den Hilfen auskommen. Schon heißt es: MEHR HER!


Allein können die Griechen sowas nicht. So unverschämt können auch diejenigen nicht sein, die am laufenden Band betrogen und gelogen haben, um an Euros zu kommen. So viel Power für nächste Forderungen kann eigentlich nicht aus griechischen Hirnen stammen, obwohl die Griechen listig sind, wenn es um ihre Vorteile geht. Dieser Hammer kam aus einer ganz anderen Ecke. Ich denke, von Ackermann von der Deutschen Bank. Seine Leute beschwerten sich schon, dass er sich nur um Griechenland kümmere. Nun denn, das Ergebnis spricht für ihn. Er plant nämlich, deshalb mehr aus den angegrünten, Maus-grünen Rettern herauszuholen, um die gegen ihn geplanten Abschreibungs-Verluste für griechische Anleihen auszugleichen.

Nachtrag 27/Okt/2011

Deutschland steht für 379 Mrd. Euro gerade. So hoch sind inzwischen die Bürgschafts-Verpflichtungen im Rahmen der sogenannten Euro-Rettung, die sich auf Länder, Banken, Versicherungen und minderwertige Staatsanleihen bezieht. Werden Teile davon fällig, muss die Kredit-Würdigkeit Deutschlands von Rating-Agenturen herabgestuft werden.

Im Fall eines Schulden-Schnitts für Griechenland von 50 Prozent, müssten deutsche Banken zusätzlich 9, Französische Banken 16 und die EZB 22,5 Mrd. € in den Schornstein, auf ihre Verlustliste schreiben. Die meisten Staatsanleihen in Deutschland sind im Besitz verstaatlichter Geldhäuser, Landesbanken, HRE etc., die die faulen Papiere in die so genannten "Bad Banks" ausgelagert haben, die 8,5 Mrd. € umfassen. In der Commerzbank lauern noch 2,2 Mrd. € auf den Steuerzahler.

Der Schulden-Schnitt für Griechenland wird als Neuanfang gewertet. Diese Auffassung ist falsch. Mit schlichter Logik stellte ein Teilnehmer der Spiegel-Online Foren folgende Rechnung auf:

Griechenland hat Schulden in Höhe von 360 Milliarden. Davon sollen 60% per Haircut gelöscht werden... macht 144 Milliarden! Nun bekommt Griechenland bis 2020 min. 250 Milliarden Stütze seitens der EU/IWF. Das Resultat 2020: Die Schulden Griechenland sind höher als heute; ( nämlich 399 Milliarden!!!) was zur Hölle ist das für ein Konzept?

Das "Konzept" kann ihm erläutert werden. Es gibt ein Konzept der EU-Geber-Garanten und ein Konzept Griechenlands. Das EU-Konzept will diejenigen Länder, die zahlen, decken und von deren schuldhaft maroden Staats-Finanzen ablenken. Außerdem soll auf "freiwilliger Basis" versucht werden, die Privatbanken angemessen mithaften zu lassen. Das Griechen-Konzept des dortigen Staats-Apparates ist: Weiter prassen wie bisher und als Schein-Angebot die armen Leute zur Kasse zu bitten, die an der Misere am wenigsten beteiligt sind. Eine solche Günstlings-Wirtschaft mit Steuerhinterziehung, Verschwendung und Privilegien kann stellvertretend auch in Italien studiert werden. Spiegel-Online schreibt 27/Okt/2011, ich zitiere ausführlich, weil man sich die "Licht-Wirtschaft" gegenüber der "Schatten-Wirtschaft" (vR), das ist die Mafia, durch die Schilderung plastisch vorstellen kann:

Italien krankt nicht an "denen da unten". Die Arbeitnehmer sind tüchtig, die kleinen und mittelständischen Unternehmer oft sehr kreativ. Die Bürger zahlen - trotz aller Versuche, dem Fiskus zu entkommen - mehr in die Steuerkassen denn je. Italien krankt, wie schon immer, an der Oberklasse. Früher saugte eine Kaste von Grundbesitzern das Land aus, heute liegt eine politische Führungsschicht wie Mehltau über Bella Italia. Die bedient sich vor allem selbst, verteilt auch gern Jobs bei Staatsbetrieben an die Gefolgsleute und kümmert sich herzlich wenig um die Folgen. Er habe die gigantische Staatsverschuldung geerbt, behauptet Regierungschef Berlusconi immer. Das Gegenteil ist der Fall: In seiner Amtszeit ist der Schuldenberg gewachsen wie nie zuvor. Die Folgen spürt das Land, nicht aber die politische Kaste.
Die Polizei hat kein Benzin - aber Politiker bekommen Luxusversorgung
Durch das Sparprogramm der Regierung werden etwa bei Schulen, Theatern und bei der Polizei die Etats kräftig beschnitten. In Modena zum Beispiel steht in zwei Wochen der letzte Polizeiwagen still - es gibt kein Geld mehr fürs Benzin. Die Beamten hoffen nun, dass ihnen die Bürger etwas spenden. Die Leitung des Gefängnisse von Ferrara kann kein Fax mehr empfangen, keinen Brief mehr verschicken, ja nicht einmal ein Entlassungsdokument für bisherige Insassen ausstellen: Es gibt kein Papier mehr und es ist kein Geld da, um neues zu kaufen.
Dafür gibt es im vornehmen Restaurant des italienischen Senats, des Oberhauses des Parlaments, nach wie vor alles - luxuriös und billig. Was immer die livrierten Kellner servieren, Italiens Steuerzahler trägt dabei die Hauptlast. Die speisenden Senatoren zahlen kaum mehr als ein Trinkgeld. Ein Carpaccio vom Rinderfilet etwa kostet 2,76 Euro, Spaghetti mit Baby-Sardinen 1,60 Euro. Die noblen Herren gehen innerhäusig kostenlos zum Barbier, zur Massage, zur Psychotherapie, und auch die Brille zahlt der Staat. Für die Familienangehörigen natürlich auch.
Und was für die Senatoren gilt, ist ganz ähnlich bei den Abgeordneten im Unterhaus zu finden. Sogar die Politiker in den Provinzräten werden kräftig alimentiert. Bis ins hohe Alter. Für einen Pensionsanspruch reichen Abgeordneten im römischen Parlament schon fünf Mandatsjahre. Im Durchschnitt gibt es im politischen Ruhestand dann etwa 6000 Euro im Monat. Klar, dass da nichts zu kürzen ist.
Ähnlich oder noch schlimmer ist es in Griechenland gelaufen und läuft dort auch so weiter, nur noch geschickter und heimlich, mit So-als-ob-Lügen gewürzt.

Ich verweise nochmal auf mein  Konzept der simulierten nationalen Abwertung der ärgsten Pleite-Kandidaten und wiederhole das Ergebnis: das Stütze-bedürftige Land erhält danach beispielsweise nur die Hälfte der Hilfs-Milliarden. Die Folge ist mehr Druck von der Strasse, mehr Druck von Banken. Die Führungs-Schicht des Landes wird in die Zange genommen. Nur die Hälfte bedeutet, dass fällige Staatspapiere nicht mehr eingelöst werden, jedenfalls vielleicht nur zum Teil. Das wollen die Banken nicht. Sie wären die Leidtragenden auf der Finanzmarkt-Seite. Darum ist der Hilfs-Cut auf beispielsweise die Hälfte nicht im Gespräch. Aber allein ein solcher 50%-Cut der Hilfs-Milliarden würde die betreffende Regierung, die nun in der Zange zwischen Straße und Banken zappelt, zu effizienten Einsparungen im Korruptions-Apparat zwingen. Sie nehmen auch die Hälfte mit Kuss-Hand, sei einmal die Losung. Das Risiko für die Geber-Länder wäre halbiert. Es käme zu einem wirklichen Schulden-Abbau des betreffenden Landes. Griechenland hätte 2020 nur noch etwa 200 Milliarden Schulden, ein Fortschritt. Die EU dagegen betreibt keinen Fortschritt, sondern eine Fortschreibung der schlampigen Wirtschaft der Problemländer.

Den EU-Mitgliedsländern wird Schulden-Machen erleichtert, die Haftung wird verdrängt. Ein Abbau von Staats-Ausgaben fehlt. Dies wird auch global so gesehen. Der Finanz-Minister Brasiliens lehnt den Ankauf von Anleihen aus den europäischen "Rettungs-Institutionen" (die den Euro-Bonds ähneln, wenn dort halb entwertete Staats-Papiere zu billigeren Neuauflagen führen) kategorisch ab. Sie seien nicht vertrauenswürdig. Europa müsse seine Probleme selbst lösen.

Europa versucht, seine Probleme zu lösen, indem es veränderte europäische Anleihen anstatt Euro-Bonds anpreisen will, um Geldgeber aus dem Ausland anzulocken, China zum Beispiel. Alle Initiativen sind darauf gerichtet, den globalen Markt mit noch mehr Ramsch zu belasten, der als sichere Anlage hochgelobt wird. Europa braucht dringend Geld und macht es jetzt wie Griechenland, es bietet schlechte Papiere an. Europa wird Griechenland (Anmerkung1).

Nachtrag 28/Okt/2011

Der letzte Teil des Finanz-Gipfels mit langer nächtlicher Sitzung und Beschlüssen gegen Morgen-Dämmerung wird weltweit als großer Erfolg gewertet, auch als persönlicher Erfolg von Kanzlerin Merkel, obwohl die eigentlichen Hausaufgaben der klammen Länder Europas, Wirtschafts-Wachstum und Schulden-Abbau, noch nicht einmal ansatzweise thematisiert wurden. Die eigentlichen Aufgaben liegen da wie schlafende Bull-Terrier, weit gefährlicher und aggressiver als die Rating-Agenturen aus den USA. Ihnen wurde nun ausgewichen, indem Europa eine Parallel-Finanzierung für Schulden-Staaten aufbaute, die Europa wie ein Wall vor Spekulationen schützen soll. Das Ganze hat etwas Nazistisches. Der letzte, der einen Wall um ein Land zog, war Hitler.

"Griechenland werde sich soweit erholen, dass es sich Mittel auf dem freien Markt wieder selbst besorgen kann", meinte die Kanzlerin. Dieses unrealistische Wunsch-Denken kennzeichnet den ganzen Gipfel. Man schottet sich ab und will dann doch auf dem Welt-Markt bestehen. Leider wird das nicht klappen, solange die Schulden und Staats-Ausgaben nicht abgebaut werden. Warum wird es nicht?

Wenn nämlich die Alarm-Zeichen des Weltmarktes, und dazu zählen die Rating-Agenturen ebenso wie die Prüfung von frei gehandelten Staats-Papieren, nichts genützt haben und Günstlings-Wirtschaften auf Schulden-Geld munter jahrelang so weiter gingen, die Europäischen Kontroll-Mechanismen kläglich versagten, wieso soll es jetzt nach diesem Gipfel klappen? Wieso, wenn doch das Schulden-Machen über Europa-interne Institutionen erleichtert wird? Wieso, wenn die Disziplinierungs-Mechanismen des freien Marktes ausgeschaltet werden? Wieso, wenn Politiker nun überall reinreden können, die selbst die Schulden-Miseren in den verstaatlichten Landes- und System-Banken bis ins Uferlose angerichtet haben und als Kaste insgesamt für die oben beschriebene Günstlings-Wirtschaft stehen, für Lobbyismus, Korruption und all diese Dinge? Und wenn den unverschämten Wünschen der griechischen Ober-Kaste so schnell, fast devot, nachgegeben wird? Italien wird sich eventuell ein Beispiel daran nehmen, da es sieht, dass es sich lohnt. Andere Länder werden folgen. Das Schreck-Gespenst vom Übergreifen von Griechenland auf andere Schulden-Länder wurde so oft an die Wand gemalt, dass es nun seine zersetzende Kraft erst richtig entfalten kann. Die "Euro-Retter" haben die Voraussetzungen dafür geschaffen.

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Anmerkung1

Die Tinte auf meinem Internet-Schreibtisch vRhein ist noch ganz frisch - und schon werden Aussagen von mir in der Realität bestätigt. Schon einen Tag nach dem bejubelten Euro-Gipfel machte sich der EFSF-Chef Regling nach China auf den Weg, um für EFSF-Bonds zu werben, die aus maroden EU-Staaten stammen und denen ein werbewirksames neues Papier-Gesicht aufgesetzt wurde. Die Chinesen sind skeptisch. Sie wollen ihre Dollar-Gutgläubigkeit auf gar keinen Fall im Euro wiederholen.

Zu schnell kommt da jemand. Zu offenkundig ist das europäische Fieber nach Geld. Und welche Antwort hatten die Chinesen aus ihrer Führungs-Riege parat? Sie mahnen noch einmal das Fundamental-Problem und seine Lösung an, nämlich die Staats-Haushalte in Ordnung zu bringen. Aber nun kommt es: die Sozial-Systeme in Europa fördern Faulheit. Peng! Das sitzt. Hatten die Deutschen nicht behauptet, die Griechen seien faul? Musste nicht festgestellt werden, dass die Griechen eventuell sogar noch fleißiger sein können und weniger Urlaub haben? Nun behaupten die Chinesen das gleiche von den Europäern, so als ob Deutsche Griechen maßregeln würden, sie seien zu faul. Aus der Sicht der Chinesen erscheinen die Europäer also wie Griechenland für die Deutschen. Und was hatte ich gesagt? "Europa wird Griechenland".

Nachtrag 29/Okt/2011

Begriffs-Verwirrung: Das Angebot der EFSF habe einen vierfachen "Hebel". Der Begriff "Hebel" ist falsch. "Hebel" bedeutet beispielsweise vierfache Kraft. Aber es handelt sich um eine Verdünnung, also um weniger und nicht mehr Kraft. Investoren wird vierfach verdünnter Wein angeboten. Den wollen weder Norwegen noch Brasilien noch Russland, die schon so gut wie abgewunken haben. Man stelle sich vor: das Wodka-verwöhnte Russland soll Abwaschwasser-Wein trinken!

Der Begriffs-Verwirrung der "Euro-Retter" steht eine klare Sicht des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi gegenüber. Dieser sagte nämlich: "Das Problem (des Euro) liegt darin, dass es die einzige Währung auf der Welt ist, ohne eine gemeinsame Regierung, ohne einen Staat, ohne eine Bank der letzten Instanz".


Weiter 30/Okt/2011

Wenn es den Euro-Ländern gelingt, aus einer Schmarotzer-Gemeinschaft eine Gewinn-orientierte Zweck-Gemeinschaft zu machen, eventuell mit der Road-Map, die ich vorgezeichnet habe, dann kann aus dem "Problem" (Berlusconi) eine sehr segensreiche Einrichtung werden. Zuerst muss mit dem Irrglauben aufgeräumt werden, auf den sich Kanzlerin Merkel versteift hat, der Euro sei die Messlatte Europas, sei Europa. Andere wichtige Länder Europas, die zur EU gehören, haben den Euro nicht. Das dämliche Gequatsche der Kanzlerin degradiert diese Länder. Der "Euro-Klüngel" mobbt diese anderen Länder, schließt sie von Terminen aus etc. Die Hochstapelei der Kanzlerin mündete in einer meiner Kolumnen.

Geht man von der richtigen Feststellung Berlusconis aus, lässt sich die Währung Euro von Europa sogar trennen. Darin liegt die Chance, eine global wirksame, überregionale, allgemeine und übernationale Währung zu schaffen, die als global Player den Spekulationen der globalen Finanzmärkte Paroli bieten kann. Ich meine diese Trennung ähnlich wie die segensreiche Trennung von Kirche und Staat, nun die Trennung Klüngel-Staaten und Währung.

Wenn die oben gesehene Zweck-Gemeinschaft Wirklichkeit werden sollte, besteht kein Grund, den Euro auf Europäische Klüngel-Staaten zu beschränken. Dann könnten auch andere Länder der Erde beitreten. Vorausgesetzt, die inneren Finanz-Strukturen der Zweck-Gemeinschaft wurde in kluge Gesetze gegossen, die den freien Markt eher fördern als behindern. Zurzeit, unter "Anastasia" Merkel, werden Nicht-Euro-Staaten wie England andauern mit planwirtschaftlichen, kleinkarierten und politisch-kranken Anträgen, Vorschriften und arroganten Empfehlungen angegangen, die fast schon DDR-mäßig sind.

Der Gedanke einer Welt-Währung Euro, dem andere Länder der Erde beitreten können, würde das demokratische Europa als Garant marktwirtschaftlicher Vernunft ehren. Die Chance dazu besteht, weil Berlusconi recht hatte, "die einzige Währung auf der Welt ohne gemeinsame Regierung". Wunderbar! Dann hinterher auch die einzige Währung auf der Welt mit objektiver, übernationaler Vernunft. Dieser Gedanke wurde hier auf dem Internet-Schreibtisch vRhein zum ersten Mal geäußert, wenn ich mich recht umgeschaut habe, eigentlich wie immer, wie hier das meiste zum ersten Mal (liegt daran, dass ich Ereignisse oft instantan kommentiere, bevor andere reagieren).

Niemals in der Geschichte war Europa eine "feste Burg" wie Deutschland bei den Nazis. Das Britische Weltreich unter Königin Victoria, auch unter dem Einfluss ihres Cousins und Ehemannes Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, ist das beste Beispiel. Heute ist Europa dazu aufgerufen, Demokratie und vernünftigen Welthandel zu verbinden. Der Euro könnte somit zu einem "Weltreich" global-wirtschaftlicher Vernunft und Innovation avancieren. Noch diszipliniert er seine Kern-Mitglieds-Staaten. Geschieht es im Sinne der Merkel-Politik der Küngel-Staaten und Bestrafungs-Methoden, geht es schief. Gelingt dies eher in meinem Sinne durch Schulung, Vorbild und Bündelung europäischer Intelligenz, kann er an Bedeutung in der Welt gewinnen und verbindend wirken.

Fragen nach dem Sinn des Geldes Anmerkung1 lassen den Handel als die eigentlich wichtige Kraft erscheinen, die Real-Wirtschaft und den Handel mit Gütern, die gebraucht werden. Der Handel mit Geld in der Finanz-Welt muss ebenfalls an die Real-Wirtschaft "andocken" und darf die Casino-Spekulation nicht übertreiben, deren Betrugs-Charakter viel stärker profiliert werden muss als es bisher geschah. Gerichte, die sich mit solchen Fällen befassen, stehen erst am Anfang. Entsprechende Urteils-konforme Rahmen-Bedingungen warten auf internationale Akzeptanz. Nicht die Spekulation selbst, sondern der Betrug, der kriminelle Gehalt, die kriminelle Energie in ihr ist "WANTED dead or alive".

Geld und Euros entstehen nicht nur durch Kredit-Aufnahmen, wie manche Wissenschaftler und Experten glauben machen wollen, die den Zinses-Zins als zerstörerisch definieren, die vor sich den großen Knall sehen, ein "Reset", eine Total-Inflation oder eine neue Währungs-Reform. Geld als Tauschmittel entsteht durch Drucken und Prägen in einem vernünftigen, ausgewogenen Umfang, der einen Markt-Wert findet.

Das Andocken an die Real-Wirtschaft ist die herausragende Aufgabe einer Währungs-Union, die zu einer Handels- und Wirtschafts-Union wird. Darum muss sich der Euro für willige und geeignete Länder weltweit öffnen. Die Union muss bereit sein, auch Länder außerhalb Europas in die Währungs-Union aufzunehmen, weil dies die Logik einer globalen Handels-Union wäre. Wie gesagt: noch haben die Kern-Länder mit ihrem Staats-Schulden-Problem zu tun. Gelingt es ihnen, dieses Problem befriedigend zu lösen, nicht durch den großen Knall sondern durch Vernunft, dann wäre der nächste Schritt die globale Handels- und Wirtschafts-Union befreundeteter Länder mit einer einzigen Währung, dem Euro, ein "Commonwealth" des Euro aus Gründen der Vernunft und friedlicher Handels-Bereitschaft.


Anmerkung1

In der Sendung Beckmann "... Wie sicher ist unser Geld?" wurde Christian Gellerie vorgestellt, Erfinder einer Regionalwährung "Chiemgauer", seit 2003 in Umlauf; mit regionalen Kreisläufen für kleine Leute und Betriebe. Geld sei für den Menschen da, nicht umgekehrt; der "Chiemgaur wird an die reale Wirtschaft "angedockt". Inzwischen gibt es 3000 Verbraucher, 600 Unternehmen, 6 Millionen Umsatz 2011. Es funktioniert über kleine Kreisläufe, die dem Tauschhandel ähneln. Nach drei Monaten müssen 2 Prozent Verlust des Chiemgauers hingenommen werden, damit es im Umlauf bleibt, dem Geld "Beine gemacht wird".

Beckmann: "Es gibt 24 Regionalwährungen"; Gellerie hatte den Applaus von Prof. Franz Hörmann, Uni Wien. Meine Empfehlung:

Eigentlich gehörte Bernd Hückstädt in diese Runde, da er viel früher schon eine ähnliche Währung, den "gradido" eingeführt hat, der sich positiv animierend am Leben orientiert und es von vornherein honoriert, ein Vertrauens-Vorschuss an jeden Menschen, der dann auch kreativ wird. Auch der Gradido hat einen Wertverlust eingebaut, damit die Umlauf-Geschwindigkeit erhalten bleibt.

Solche Konzepte könnten Vorbild-Charakter haben, um eine Währung wieder dichter an die Real-Wirtschaft und den Menschen anzuschließen und sich des Geldes als Hilfs-Mittel des viel wichtigeren Handels zu erinnern.


Weiter 31/Okt/1Nov/2011

So als ob die europäische Schulden-Krise nun erledigt wäre, wechselte Kanzlerin Merkel überraschend zum Thema Mindest-Lohn, um Links-Wähler abzugreifen und der Opposition einmal mehr ein Thema förmlich weg zu nehmen. Der zaghafte Versuch von Managern der Hypo-Real-Estate, durch einen "Buchungs-Fehler" eben mal über 40 Milliarden Euro auf die "hohe Kante" zu legen und abzuwarten, ob es jemand merkt, ging voraus. Einen ähnlichen Coup versuchten Mitarbeiter oder Manager in Irland. Früher gab es "Post-Räuber", heute gibt es "Buchungs-Räuber". "Fehler" irgendwelcher Programme in PCs schaffen das Alibi. Hat nicht geklappt. Merkel meint nun, deswegen Geld in die Hand nehmen zu können, ehe andere auf die Idee kommen, ihre Finger nach einem Teil der gut 40 Milliarden unerwarteten Euro in der Staatskasse auszustrecken. Womit lassen sich die meisten Wähler-Stimmen gewinnen? Mit dem auf die lange Bank geschobenen Mindestlohn. Die Tarif-Partner werden einbezogen, sodass ein imperatives Gesetz vermieden werden kann.

Am 19/21/Oktober/2010 hatte ich einen Mindest-Lohn von 7,50 € eingefordert. Ein Jahr ist es nun her. Selbstverständlich war dies keineswegs ausschlaggebend. Interessant für mich ist es dennoch. Die Forderung war der Schluss meiner lang anhaltenden Kritik an Hartz IV, da Menschen durch Ämter vielfach wie Untermenschen behandelt wurden. Ich sah in der Praxis einen Widerspruch zum Grundgesetz, das die Würde des Menschen als unantastbar beschreibt. Sie wurde angetastet, und wie! Missbrauch von Sozial-Leistungen waren die eine Sache, die andere war die Verletzung der Würde unterer Schichten, da wo Menschen zum Teil ohne eigenes Verschulden in finanzielle Not gerieten. Meine Kritik zog sich wie ein roter Faden durch die Jahre. Wenn jetzt Wirtschafts-Bosse gegen den Mindestlohn argumentieren, stellen sie sich außerhalb des Grund-Gesetzes.

Mein Internet-Schreibtisch gilt als unabhängiger und unbestechlicher Thinktank für nachhaltige Orientierung. Ich könnte ihn nicht kommerzialisieren, ohne ihm die furchtlose Schlagkraft zu nehmen. Mit meiner laufenden Arbeit bedanke ich mich für mein Promotions-Stipendium. Gleichsam "väterlich" gewährte mir die Studienstiftung noch einen "Nachschlag" von einem Jahr, sodass ich abschließen konnte, schriftlich mit "summa", mündlich mit "cum laude", was ich gar nicht verdient hatte, muss ich gestehen.


Weiter/2Nov/2011

Papandreou will eine Volks-Abstimmung über die "Rettung" seines Landes, weil die Entmündigung Griechenland durch die Euro-Retter Merkels zu weit ging und ein begleitender "Marshall-Plan" zur Ankurbelung der Wirtschaft gefehlt hat. Ein Szenario wird akut, das ich 25 Jun 2011 01:08 beschrieben hatte. Mir ging es um den Stolz Griechenlands. Papandreou überraschte alle, nur meinen Internet-Schreibtisch nicht - wieder auf den Beweis klicken, bitte!

Montag, 17. Oktober 2011

Die Politik hinter den "Systembanken"


 Seehofer, Illuminatus maior vielleicht, wird geschnappt

Seehofer war auch noch so dumm, schrieb ich, die Spitze der Bayern-LB auszutauschen. Damit gibt er nämlich zu, dass alle Machenschaften der Steuerveruntreuung zentral von der Partei CSU und deren Spitzen absolutistisch gesteuert wurden. (Der weitere Text steht im Link der Bild-Beschriftung; er ist vom 15/Dez/2009)

Seehofer und die BayernLB stehen stellvertretend für alle anderen Landes-Banken, deren Führungs-Riege aus regierenden Parteien und nach politischem Gerangel eingesetzt werden. Die Anweisungen an diese Führungs-Riegen geschieht wie in einem Geheim-Bund: effektiv, aber ohne Spuren. Auf diese Weise entstanden Berge von Spekulations-Papieren in den Depots, die jetzt fast wertlos sind.

Nun will sich die Politik aus der Affäre ziehen. Die weltweiten Demonstrationen gegen die Macht der Banken kommt ihr gerade recht. Plötzlich werden "die" Banken zu Staatsfeinden, insgeheim nach dem Motto: "Haltet den Dieb". Sie waren es aber, nicht der Dieb auf der Flucht, nicht "die" Banken, sie selbst waren die Schulden-Macher, die Deutschland an den Abgrund treiben.

Hat der Präsident-Kandidat Gauck dann also recht? Waren die Proteste tatsächlich "unsäglich albern", wie er vorgestern meinte? Gauck will freie Marktwirtschaft erhalten. Ihm sind verstaatlichte Banken wie in der ehemaligen DDR ein Gräuel. Da hat er wahrlich recht. Aber auch die Demontranten haben recht. Wie das?

Wer Banken von innen kennt, weiß um die Skupellosigkeit des Aufschwatzens von Wertpapieren und die noch größere Skrupelosigkeit, wenn es um das Einfahren der Ernte geht: keine Rücksicht, knallhart werden Verträge geändert, werden Eigentümer gelinkt und um ihre Existenz gebracht. Deshalb wird die Deutsche Bank, die sich in Las Vegas verstieg, in den USA belangt. Sie ist nur ein Beispiel.

Sehr einfach ließen sich Politiker beschwatzen. Sie brauchen immer mehr Geld für Projekte, für Geschenke an potentielle Wähler. Nichts war einfacher, als Politikern immer mehr Verschuldungen aufzudrängen. Die Macht der Banken waren menschliche Schwäche ihrer Kunden und die Gier dieser Kunden nach immer mehr Geld. Darum liegen die Demonstranten jedenfalls zur Hälfte richtig. Die andere Hälfte, nämlich das Bloßstellen leichtsinniger Politiker, fehlt. Das muss offenbar der Internet-Schreibtisch vRhein übernehmen.

Als die Schulden unpopulär wurden, seit langem übrigens, betätigten sich die gleichen Politiker als Kasino-Spieler in ihren Landes-Banken, um ein Teil der Schulden durch Rendite-Versprechungen aus Übersee mit dem kleinen Finger zu tilgen. Aber oh je, sie wurden übers Ohr gehauen. Nun kam es für sie darauf an, durch Lügen den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Das Ergebnis dieser gigantischen Fehl-Kalkulation von Politikern und ihren Marionetten-Bankern in Konstrukten wie der Hypo-Real-Estate haben wir jetzt: uferlose Staats-Schulden, Versteck-Spiel der Schuldigen, Suche nach "Sünden-Böcken". Sündenböcke sind Griechenland als Exponent der parasitären "Südstaaten" und neuerdings "die" Banken, aber nur, weil die Demonstrationen gegen sie gerichtet sind und die wahren Schuldigen noch nicht entdeckt wurden. Damit sie nicht entdeckt werden, mischen sich die windigen Politiker unter die Demonstranten.

Das weitere Ergebnis ist der Zauber-Hut des Schäuble. Plötzlich sollen Griechenland Schulden in gigantischen Ausmaßen erlassen werden, wenn sich "die" Banken diesmal hoch daran beteiligen und nicht nur mit schlauen 21 Prozent, sondern diesmal mit 50-60 Prozent. Warum die Eile? Wegen dieser Korrektur wurde Schäuble blind. Der scheinbare Erfolg, die Privat-Banken mit ins Boot zu holen, ist die Axt am Baum, unter dem andere Schulden-Staaten Schutz vor Unwetter gesucht haben, einschließlich Deutschland. Schulden-Erlass wird nun die Runde machen. Die Folge: die Bereitschaft, überhaupt für Staatsanleihen gerade zu stehen, geht zu 60 Prozent baden, ähnlich wie Thailand unter den Regen-Fluten. Nie wieder wird die Bereitschaft ernst gemeint sein. Die Folge: Rating-Agenturen werden dies erspüren und selbst Länder wie Deutschland in Zukunft herabstufen. Schäuble hat nicht etwa ein Griechenland-Modell erfunden, er hat absichtlich die Rückzahlungs-Moral Deutschlands untergraben, weil er an Tilgung der Staats-Schulden nicht mehr glaubt. Sie sind, ähnlich wie bei den Griechen, einfach zu hoch geworden. Nicht zu zahlen, wird vorbereitet.


Mittwoch, 17. August 2011

China ist aufgebracht


In die Dollar-Druckmaschinen kommen erst einmal die Schwänze

China ist aufgebracht. Nach der Herabstufung der Kredit-Würdigkeit der USA fürchten sie um den Wert ihrer US-Staatsanleihen. China kritisiert die Ausgaben-Politik der USA, die Geldverschwendung, den Mangel an Disziplin und den Fluchtweg der USA, die Welt mit Dollars zu überschwemmen. 


Ich war den Chinesen mit meiner Kritik lange voraus und muss nun die gleiche Bild-Persiflage von damals nochmals auftischen. Damals, am, 2. APRIL 2009, schrieb ich u. a.:
  • Gewaltige Mengen von Schuld-Derivaten aus den USA ohne reale Inhalte wurden als verunklärte Pakete mit gelogenen Gewinn-Versprechungen schneeballartig und betrügerisch in den Finanzmarkt gepumpt, von gekauften Rating-Agenturen behandelt und von gierigen europäischen Privatbanken, Landesbanken und System-Banken in Massen aufgekauft, um sie ungeprüft gewinn-bringend an Ahnungslose weiterzuempfehlen. Dieses war der erste Streich.
  • Nun werden einfach Dollar gedruckt, die Leitwährung Dollar ausgedünnt, damit andere Staaten wie China und die vereinigten Emirate, auch Russland, indirekt die Schulden-Politik der USA mitbezahlen. Sie alle wollten an den Zinsen von US-Staatsanleihen verdienen und Bank spielen. Dieses ist nun der zweite Streich.
  • Das schlaue Finanz-System der USA soll nun den derzeitigen G-20-Finanz-Gipfel möglichst unbeschadet überstehen. Dieses ist der dritte Streich.
Der smarte Präsident der USA, den ich gleich als Schulden-Hasardeur erkannte und der nun leeres Zeug redet, "Wir bauen unserer Land wieder auf, gleich jetzt", "die USA bleiben ein AAA-Land" etc ging mit seinen teils frischen Ideen den falschen Weg im Glauben, alles sei finanzierbar. Hätte er aber seine Pflicht erfüllt und die Ausgaben radikal gekürzt, dann würde er heute vermutlich nicht mehr leben; dann wäre er bereits ermordet worden wie Kennedy.


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Nachtrag am 15/Sept/2011

Vorsicht SALAT, Vorsicht FAST-FOOD hatte ich gestern geschrieben, Die "King-Burger" Obamas erreichten Europa nicht mehr, landeten im Atlantik. Europa wird inzwischen von China vereinnahmt. China wendet sich von den USA etwas ab, ist leid, seinen Drachen-Schwanz in der Dollar-Presse zu sehen, siehe das Bild oben.

Die große Chance für Europa wird noch nicht so ganz verstanden. China will investieren, einzelne Staats-Anleihen kaufen, am liebsten aber Euro-Bonds, denn das Äquivalent zum Dollar sind nicht italienische Anleihen oder gar griechische Anleihen, sondern Europa-Anleihen, die es noch nicht gibt, aber vielleicht jetzt geben wird. Mein Internet-Schreibtisch vRhein und ich favorisieren heute eine EURO-BONDS-Lösung ohne das jetzige Griechenland, das erst seine Insolvenz hinter sich bringen und neues Vertrauen aufbauen muss - wenn das Land seine Reformen nach einigen Jahren vielleicht beendet haben wird, um auf eigenen Füßen zu stehen und das Schmarotzen hinter sich gelassen hat. EURO-BONDS nach einer geordneten Insolvenz Griechenlands, die den dann übrigen schwächeren und stärkeren Ländern der Euro-Zone nützen und nicht mehr schaden, stehen auf einem besseren Fundament. So will es auch China. Sie merkten die Absicht der Griechen und wohl auch der Italiener und sind verstimmt, rudern etwas zurück.

Nachtrag 25/Sept/2011
Eine Insolvenz Griechenlands kann im Rahmen des Euro abgewickelt werden und erfordert keine Neuauflage der Drachme. Ebenso kann ein Schulden-Schnitt erfolgen. Griechenland möchte gerne 50 Prozent der Schulden erlassen haben. Geht nicht! Aber die 50 Prozent der Verschuldung kann "auf Eis gelegt" werden, bis sich Griechenland genügend erholt haben wird. Dieses Verfahren würde den "Bad Banks" entsprechen, wo Ramsch-Papiere ausgelagert sind.


Nachtrag 17/Sept/2011

Der recht junge "Wilde" mit dem gewinnenden Lächeln und dem stets selbstbewussten Abgang, Wirtschafts-Minister Rösler, mausert sich zu einer deutschen Stabilität-Garantie und verweist auf das Urteil des Bundes-Verfassungs-Gerichtes, Euro-Bonds seien nicht möglich, sie seien nun gegen die Verfassung. Dabei übersieht er drei Dinge. 
  1. Euro Bonds können keine nationale Herausgabe eines einzelnen Euro-Landes sein. 
  2. Neben Euro-Bonds würden weiterhin nationale Staats-Anleihen existieren, die sich an den freien Markt wenden. Sie müssen sogar parallel heraus gegeben werden können, um den wirtschaftlichen Stand objektiv testen zu können.
  3. Der Rettungsfonds EFSF ist der falsche Weg, wenn Deutschland überproportionale Garantien tragen muss. Der Fond sollte nach Euro-Bonds erneut überlegt und eventuell als überflüssig verworfen werden.
Die beiden ersten Punkte hängen ursächlich zusammen, wenn der Erhalt von geliehender Wertschöpfung aus Bonds von einem Land beantragt werden muss und über die Verwendung des günstigen Geldes zentral entschieden wird. Vor allem muss die Bewilligung an Bedingungen geknüpft sein, die dem Antrags-Land hilft, seine Wirtschaft auf die Beine zu stellen. Die Mittel dürfen nicht einfach verkonsumiert werden und in wenig effektiven und viel zu großen nationalen Verwaltungen "verschwinden". Die zurzeit in Griechenland tätige "Task-Force" könnte sich zu einem wirksamen Instrument entwickeln. Europa hat also die Gelegenheit, an Griechenland "üben" zu können. Dazu würde auch eine kurzfristige tatsächlich Insolvenz Griechenlands gehören, die zum Beispiel nächsten Monat eintreten könnte. Kein Beinbruch! Vielmehr eine Erfahrung, wie sie etwa das Land Kalifornien unter Schwarzenegger gemacht hat. Ausprobieren!

Geld aus Euro-Bonds sollten ein Disziplinierungs-Mittel der EZB werden, Drosselung und Wirtschafts-Beratung im Zusammenarbeit mit einer Europäischen Finanz-Institution eingeschlossen. Sie sollten von der EZB heraus gegeben werden. International wartet man auf Europa-Staatspapiere. Damit gewänne Europa an Profil, nachdem es in Breslau bereits Selbst-Bewusstsein gezeigt hat.

Montag, 20. Juni 2011

Die griechische Schulden-Politik hat den Charakter eines betrügerischen Schneeball-Systems. Der vRhein`sche Ausweg


Minister Evangelos Venizelos will das Geld auf Biegen und Brechen

Die griechische Schulden-Politik

Am 19/Mai/2011 hatte ich folgendes geschrieben: Das Ganze (die griechische Schulden-Politik) hat den Charakter eines betrügerischen Schneeball-Systems. Was wäre zu tun, wenn doch alle Gebote der Vernunft in den Wind geschlagen wurden (und auch die nicht beachteten "roadmaps" des Internet-Schreibtisches vRhein)?

Merkel und Schäuble wissen nicht, was zu tun ist. Sie schwimmen und können nicht schwimmen. Die zappelnden Beine haben keinen Grund-Kontakt. Darum mischen sich Hektik, Widersprüche und täglicher Horror beim Anblick der Griechen. Die Angst um den Euro und Befürchtungen einer Ansteckungs-Gefahr an latente weitere europäische Pleite-Kandidaten hat ein europäisches Chaos geschaffen. Nachtrag am 22/Juni/2011: Die "eigene neue Idee" des Herrn Schäuble.

Ursprung der Schulden-Blasen europäischer Länder ist die Unfähigkeit von Regierungen zu haushalten. Billiges Schulden-Geld floss in dunkle Kanäle. Die normalen Bürger hatten nichts davon. Die Staatsapparate blähten auf. Korrupte Selbstbedienung, Sozialbetrug und Nach-uns-die-Sintflut-Mentalität nahmen bizarre Formen an. In Griechenland hatten es einst griechische Fischer vorgemacht: Bomben wurden für Fischfang eingesetzt. Der Fischbestand reduzierte sich dramatisch. Genau so verantwortungslos waren die Haushalt-Betrügereien. Nach uns die Sintflut lautete die Divise. Nun sollen Bürger dafür zahlen, die an allem unschuldig sind. 

Nach der Deviraten-Schwemme ohne Inhalte, dem Kauf und Verkauf von Wertpapieren mit nichts drin, den Betrügereien von Rating-Agenturen, solche Papiere hoch zu stufen, kommt nun die Schwemme an Staatsanleihen mit nichts drin, nur mit einem Unterschied: Ratingagenturen stufen diesmal gnadenlos herab, um die breite Masse der Steuerzahler zur Kasse zu bitten, wieder im Bandel mit Banken. Staatsanleihen sollen nachträglich Rückhalt bekommen. Die Verursacher der Schulden aber dürfen weiter machen, werden sogar noch getätschelt. Sie dürfen sich hinter Chaos verstecken, wie in Griechenland. 

Was also wäre zu tun? Zunächst eine Art Unternehmens-Beratung für das Land. Zeit muss gewonnen werden. Und das Hauptproblem, das "Euro-Gefälle" muss gelöst werden. 

Zwei Arten des Euro wurden vorgeschlagen, ein Süd-, ein Nord-Euro. Der Ansatz ist richtig, die Praxis unmöglich. Stattdessen schlage ich einen anderen Weg vor. 

Der tatsächliche Wert des Euro in Schulden-Ländern, die die 3-Prozent-Hürde eklatant verletzen, muss ermittelt werden. Das ist möglich durch eine virtuelle Landeswährung. Wenn es gelingt, eine Supernova in irdischen Labors genau zu rekonstruieren, um die Vorgänge zu analysieren (die Mutter allen Lebens sind die sterbenden großen Sterne, die zu Supernovae und zur Erzeugung der Bausteine von Sonnensystemen und des Lebens fähig sind), dann müsste das gleiche auch auf dem Sektor der Währungen möglich sein. Benötigt wird eine Simulation, wie wenn zum Beispiel Griechenland seine alte Währung wieder hätte. 

Das Ergebnis muss dann in Euro umgerechnet werden. Das Umrechnen kann sich beschränken. Wichtig ist lediglich der Schulden- und Subventions-Sektor, sind die Hilfsmittel aus der Europäischen Union. Werden neue Schulden aufgenommen, muss deutlich werden, wie viel Schulden, Hilfen, Subventionen und Zuschüsse von außen im Falle einer eigenen Landeswährung, die abwerten kann, wert sein dürfen und wert sind.

vRhein`sche doppelte Währung-Berechnung

Die Vorteile einer simulierten und bindenden Umrechnung von Teilen des Aufkommens in die alte Landeswährung, im Fall Griechenlands in die Drachme: 

Welche Folgen hätte also eine solche Bewertung für Griechenland und andere Kandidaten und für Europa? Die Hilfen würden wesentlich geringer ausfallen. Staats-Ausgaben für den Staatsapparat, Renten, Gehälter usw müssten an den Drachmen-Modus angepasst werden, wären geringer als heute. Es gäbe nur begrenzte Mittel, um sie zu verteilen. Aber, nun der Vorteil dieser Bewertung: Jeder Euro, der durch Export eingenommen wird, wäre so hart und wertvoll wie in anderen Euro-Ländern, die die 3-Prozent-Hürde nicht überschreiten. 

Die weitere Folge wäre: die Volkswirtschaft würde sich anstrengen und sich nach den harten Euros aus dem Export strecken, die nicht umgerechnet werden. Gut wäre, nun auch die Steuern aus Export-Geschäften nach dem Eigenwährung-Modus zu berechnen. Auch hier ergäbe sich ein stimulierender Faktor. Selbständigkeit und Firmen-Gründungen würden aus dem Boden schießen, weil es im Export richtig viel Geld zu verdienen gibt. Ausländische Firmen würden in Griechenland investieren, da auch die Löhne niedriger sind. 

Das Land wäre in relativ kurzer Zeit saniert. Nun muss noch ausgerechnet werden, welche Modi für die Rückzahlung bisheriger Schulden gelten dürfen. Bodenloser Leichtsinn der EZB, Privatbanken und sonstiger Investoren darf nicht zu 100 Prozent belohnt werden. Es war von Anfang an klar, dass beispielsweise Griechenland gar nicht in der Lage sein würde, alles zurück zu zahlen. 

Mit dem simulierten Umrechnungs-Modus dürfen diese Geldgeber jedoch mit einem begrenzten Schaden rechnen. Und: Europa würde ebenfalls den Export des Schulden-Landes fördern. Europa würde die Hilfe-Pakete besser kontrollieren können. Das erläutere ich im nächsten Posting dieses Threads. 

Nun muss noch ein Name für die unterschiedlich berechnete Währung gefunden werden. Da es sich um einen hier und originär entwickelten Vorschlag handelt, darf der Name "vRhein`sche Währung-Berechnung" lauten.


Alle Minister an den Erpressung-Hebel, so lautet die geheime Strategie der Griechen. Sanierung wird vorgeschoben, notfalls vorgetäuscht.

Denken wir doch bitte logisch. Wer will was, wer gibt was? Nicht ganz klar ist, wie sehr beispielsweise Griechenland etwas will und wie die Berechnung der Geberländer angesichts ihrer belasteten Steuerzahler ausfällt. Zur Zeit scheint die Genauigkeit auf der Strecke zu bleiben und das Wischi-Waschi-Gekungel scheint entscheidend zu werden. Der neue fettleibige Finanz-Minister Griechenlands kommt mit Versprechungen, festen Hände-Drucks (igitt) und mit gespielter Vertrauens-Würdigkeit seiner Person. Er gehört aber zur Riege, die das Desaster angerichtet haben. "Alter Wein in neuen Schläuchen", meinte eine Griechin, "vom Regen in die Traufe" meinte eine andere, beide Interviews wurden von der DW ausgestrahlt. Logik an der Basis scheint es zu geben, Logik auf der Junker-Merkel-Ebene dagegen nicht. 

Spannen wir doch einen Bogen zu den Banken. Wer will was von Banken und wie kontrollieren diese, um Verluste zu vermeiden, wenn sie selbst entscheiden können und nicht, wie beispielsweise in Deutschen Landesbanken, von Politikern beeinflusst werden? Und wie intensiv wollen zukünftige Schuldner etwas? Antwort: sehr intensiv, oft existentiell intensiv, oft ist der Wille, Schulden aufzunehmen, geradezu krankhaft manisch süchtig gierig. 

Griechenland versucht zurzeit, eine ähnliche Intensität seiner Schulden-Gier hinter einem diplomatisch-kumpelhaften Vorhang zu verstecken. Man will an das Gesamt-Paket in Milliarden-Höhe auf Biegen und Brechen heran kommen, um dann mehr oder weniger frei darüber verfügen zu können. Die Staat-Sanierung bleibt dann auf der Strecke. Ein neues Hilfs-Paket in naher Zukunft wird schon jetzt anvisiert. Man ist sich in Griechenland bewusst, Mittel für eine Erpressung dieser Hilfe-Milliarden zu besitzen. Die "Sanierung" Griechenlands wird sich darauf konzentrieren, den Erpressung-Hebel zu hegen und zu pflegen. Alle Mann an den Hebel, so lautet die geheime Strategie der Griechen, die von Anfang an, schon um in die EU zu kommen, betrogen haben.

Die Pflicht der EU, seine Hilfe-Pakete an Griechenland und andere Pleite-EU-Länder zu kontrollieren. 

Ohne eine simulierte Umrechnung des Euro in die Leistung einer abgewerteten Landes-Währung, in Griechenland in die Drachme, ist eine solche verpflichtende Kontrolle unmöglich. Man kennt die Kluft zwischen Leistung und Hilfe-Paket nicht. Dazu dient die Simulation, die bindende Folgen haben muss. 

1. Die Richtung der Verantwortung muss umgedreht werden. Griechenland muss den Bedarf im Detail nachweisen, erst dann der Zuschlag. Detail bedeutet, dass jede Rente, jedes Gehalt im Staats-Apparat, jede sonstige Verpflichtung des Staates in einem Antrag nachgewiesen werden muss. Es darf gebündelt werden. Eine Kontrolle der Bündel im Einzelnen muss jederzeit möglich sein. Dafür müssen Nachweise erstellt werden. Ein etwas gehobenes Existenz-Minimum muss ausgerechnet werden, damit Hilfen diesen Bereich abdecken kann. Wenn also Griechenland Geld haben will, muss es genau angeben, genau im Detail, wofür. Andernfalls die Staats-Pleite, ohne Wenn und Aber.

2. Dieser existentielle Bedarf muss nun anhand der Drachme-Simulation aus dem internationalen Euro-Kurs herunter gerechnet werden. Ein Minister erhält somit ein Gehalt, das er bekäme, wenn Griechenland aus dem Euro aussteigen würde und nur noch die Drachme hätte. So alle anderen Gehälter, Zulagen und Selbstverwaltung-Kosten. Der griechische Staat darf nur solche Gelder erhalten, die seiner Leistungs-Kraft entsprechen. "Erhalten" bedeutet Kredite zu sehr günstigen Konditionen für vorzeigbaren Bedarf, nicht für Korruption-Bedarf. Die Umkehrung der Nachweis-Pflicht, nun ausgehend vom Schuldner-Land, verhindert, dass Bedarf an "dunklen Kanälen" festgemacht werden kann. Jeder verdächtige Bedarf würde sofort auffallen. Werden die Milliarden an laxe Bedingungen gebunden, die listige Griechen ohne weiteres zum Schein erfüllen werden, kommt der verdächtige Bedarf überhaupt nicht ans Tageslicht.

3. Die wirtschaftliche Erholung Griechenlands verläuft dynamisch, weil der simulierte Umrechnung-Kurs dynamisch ist. Die Drachme wird sich nach reeller Erholung immer mehr an den Euro annähern. An der 3-Prozent-Hürde darf die simulierte Umrechnung dann unterbleiben. Griechenland hat ein Ziel, sähe Morgen-Röte am Horizont. Das System ist transparent und wahrhaftig, so dass soziale Unruhen in Griechenland die innere Berechtigung verlieren und unterbleiben.

4. Der "Sparkurs" Griechenlands wird also von der EU ausgerechnet, nachdem Griechenland seinen Bedarf detailiert vorgetragen hat. Das komplette Ausscheren aus dem Euro unterbleibt. Der Export der Griechen wird stimuliert. Er ist entscheidend für die Sanierung des Landes. Der Euro bleibt stabil, gewinnt sogar sehr an Stabilität. Wird Griechenland aus der Europäischen Union herausgeekelt und muss die alte Drachmen Währung realiter wiedereinführen, entsteht ein Vakuum, ein Chaos, das jede Erholung verhindern wird. Abgesehen davon werden Gewalt und Mob das Chaos noch verstärken. Die simulierte Abwertung, bezogen auf die Verpflichtungen und nicht auf die Export-Gewinne, verhindert das Vakuum und das Chaos.

5. Europa entwickelt Modelle der Unternehmens-Beratung, übertragen auf das "Unternehmen" Staat, die auch anderen Pleite-Ländern Hoffnung machen.



Nachtrag am 25/Juni/2011: Sollte es damit nicht klappen, gibt es eine Alternative. Diese Alternative stelle ich hier hinein.
Mein Thread zur Griechenland-Krise ab dem 19 Jun 2011 16:18 - enthält einen logischen Plan. Die EU gibt die Zügel nicht aus der Hand und zwingt Griechenland zu Ausgaben-Einschnitten der staatlichen internen Verpflichtungen um etwa 50 Prozent. Eine Umverteilung der Belastungen von oben nach unten wird vermieden. Die eigentlichen Schuldigen in Griechenland, die den Apparat aufgebläht, sich bedient haben, werden belastet und viel weniger der unschuldige Normal-Bürger. Der Plan enthält, neben der Umkehr der Nachweis-Last durch Anträge, auch eine dynamische Komponente zur Entlastung. Das Ziel ist die allmähliche Konsolidierung und eine Förderung des Exports und der Privat-Wirtschaft.
Leider gehen fast alle Sparmaßnahmen der Griechen in die falsche Richtung und leider will sich die EU des Problems mit Gießkannen-Hilfs-Paketen entledigen. So geht es nicht. Trotz aller Kontroll-Absichten der EU hinsichtlich der Spar-Pläne der Griechen wird dann am Ende die Insolvenz stehen. 
Die Unfähigkeit der EU, mit dem Problem fertig zu werden, zeigt sich an ihren Hoffnungen, die privaten Banken werden sich an Konzessionen beteiligen und ihre Gewinn-Erwartungen aus griechischen Staatsanleihen erheblich reduzieren. Einige Banken haben bereits signalisiert, so zu handeln. Dieses Zuckerbrot an die europäische Gemeinschaft ist aber eine Finte. Sie wollen die Bürgschaften erreichen, die winken, nicht aber Einschnitte ihrer Gewinnerwartungen. Ziel sind die Bürgschaften, nicht die "Rettung" Griechenlands. Sobald neue Hilfs-Pakete für Griechenland mit diesen nationalen Bürgschaften verknüpft werden, werden die gleichen Banken ihre Konzessions-Bereitschaft wieder relativieren. Das Zuckerbrot ist eine Finte. Sowohl Griechenland als auch die Privatbanken spielen mit gezinkten Karten. 
Wenn die EU die logischen Schritte des Threads nicht zustande bringt, schalte ich um und setze mich für eine saftige Insolvenz Griechenlands ein. Verdächtig erscheinen mir die Mahnungen des Fed-Chefs Ben Bernanke und die fast hysterischen Warnungen des ehemaligen Außenministers Fischer und Exkanzlers Schmidt. Sie sind auf die Linie der USA hereingefallen und bauen ein Katastrophen-Szenario auf, sollte Griechenland nicht schnell und zügig mit neuen Milliarden geholfen werden.
Im Falle einer Insolvenz zu 100 Prozent und einer Rückkehr der Griechen zur Drachme, verbunden eventuell mit einem vorübergehenden Austritt aus der EU, erhalten die gierigen Kreditgeber und Gläubiger Griechenlands, die die Schuldenblase erzeugt haben, nur den längst fälligen Schuss vor den Bug. Weiter wird nichts Dramatisches passieren. Griechenland kann von vorne anfangen und ist die Schulden los, sofern es die Schulden-Fallen ohne großes eigenen Verschulden anprangert. Sie sollten es radikal durchziehen. Es gibt bislang noch keine rechtlich bindende Insolvenz-Verwaltung für Staaten. Das sollte Griechenland ausnutzen und vortragen: kein Geld, basta. Wir fangen neu an und nehmen in Kauf, keine Kredite mehr zu bekommen. Keine Kredite zu bekommen, ist ein Ideal-Zustand und beileibe keine Katastrophe. Dann nämlich kann gar nicht über die Verhältnisse gelebt werden.
Man gibt Griechenland die Schuld an allem. Das ist fast gänzlich falsch. Sie waren einfach noch nicht reif für einen EU-Beitritt, da sie nicht über die staatlichen Instrumentarien verfügten, die notwendig gewesen wären. So entstand Chaos, entstanden menschlich verständliche Begehrlichkeiten auf breiter Basis nach "leichtem" Geld, das förmlich auf der (Euro)-Strasse lag. Europa hatte es damals versäumt, vor dem Beitritt erst Hilfestellungen zu geben. 
Griechenland sollte sich befreien. Die große Katastrophe im internationalen Banken-System wird ausbleiben. Privatpersonen, die griechische Anleihen riskiert hatten, gibt es nur wenige, ganz anders, als es der FED-Chef glauben machen will. Die Ohrfeige für Fehlkalkulationen erhalten die jetzigen Gläubiger, die an der Realität vorbei gewirtschaftet und eine Blase erzeugt haben. Ansonsten wird der Euro gestärkt, denn die Fehlkalkulation hört endlich auf. Und das Banken-Spiel mit Bürgschaften platzt, denke ich, jedenfalls was die geplanten neuen unverantwortlichen Bürgschaften betrifft, die vor allem Deutschland eingehen will. Schluss damit! Oder konsequente Agenda nach dem logischen Plan des Threads. Die schlappen Lösungen auf Vertrauen funktionieren alle nicht.
Es geht um nicht mehr oder weniger als um die Selbständigkeit Griechenlands. Aus ihr heraus lassen sich goldene Eier legen. Beispiele: eine Ozean-Flotte internationaler Handels-Schiffe unter günstigeren Konditionen als die Liberianische. Eine der Stärken Griechenlands in Gestalt des legendären Aristotle Onassis (1906-75) könnte auferstehen. Eigene Steuerhoheiten einiger Inseln, besonders günstige Konditionen für Industrie-Ansiedlungen. Sonnen- und Strömungs-Kraftwerke für Energie-Export. Export der gesunden griechischen Küche und der damit verbundenen Lebensart. Günstige Konditionen für den Tourismus und vieles mehr. Griechenland könnte, sofern es sich für Selbständigkeit ohne Kreditwürdigkeit entschließt, zu einem Aufbruch-Land für die Jugend werden. Freiheit steht Griechenland besser als Versklavung am Kapitalmarkt. Freiheit zieht die Jugend an und hält sie im Land. Stolz heißt dann Griechenland, proklamiere ich einmal.




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Nachtrag am 21/Juni/2011 - Sommer-Sonnenwende

Niemand kann verlangen, dass gute, sinnvolle und logische Konzepte, die im Internet geäußert werden, wie oben zu lesen, von einem Tag auf den anderen auch wirken. Vor längerer Zeit hatte ich das Konzept der "Schwerkraft-Politik" entworfen. Es hat sich immer noch nicht herumgesprochen. Dabei ist Schwerkraft die entscheidende Energie in unserem Universum, aus dessen Sternen-Staub nach Supernovae wir bestehen, wie neuere Forschung bewiesen hat. Die Sternen-Kinder, die wir also sind, haben nicht gelernt, die entscheidende Energie, abhängig von Masse, in die Politik zu integrieren.

Griechenland ist bitteschön ein Land. Masse ist da. Ungeheure Komponenten der Schwerkraft sind da, nämlich Energien, um zu überleben, um zu täuschen, um einen gewohnten Lebens-Standard zu halten, um an leichtes Geld zu kommen, um Macht und Gier zu befriedigen. Mit allen diesen Energien kann die Europäische Union kaum etwas anfangen. Sie kann daraus kein neues Leben generieren. Sie kann keine Konzepte entwerfen, die das Energie-Potential nutzt und lenkt.

Minister Schäuble schaut auf und verkündet: "Wenn die Griechen gewisse Bedingungen erfüllen, dann wird die nächste Tranche ausbezahlt." Diese Bedingungen aber können vorgetäuscht werden. Genau die falschen Energien werden dann frei gesetzt. Nach einiger Zeit verschlimmert sich die Lage für Europa und den Euro.

Spiegel Online betitelt soeben: "Euro-Retter gehen volles Risiko". Obendrauf: Banken können/dürfen vor ihren Aktionären keinen freiwilligen Verzicht auf Milliarden Euro leisten.

Ja sind die verantwortlichen Europäer in Geberlaune denn verrückt geworden? Sie sind gewählt worden, um kein Risiko einzugehen, wenn es irgendwie möglich ist. Sie wiederholen aber das Vabanque-Siel der Wirtschafts-Krise, also ob sie überhaupt nichts gelernt hätten.

Die Energien aus Griechenland, an neues Geld heran zu kommen, müssen genutzt werden, um Griechenland zu sanieren und nicht, um zerstörerische Energien zu befriedigen. Der drohende Staats-Bankrott muss genutzt werden, um Griechenland zu seiner Sanierung zu verhelfen. Ein Minister Evangelos Venizelos, mit einer Drachme hinter dem Ohr.

will das Euro-Geld, und zwar auf Biegen und Brechen zur möglichst freien Verfügung. Die EU aber darf kein Risiko eingehen.

Das bedeutet, dass sie akribisch genau die Verpflichtungen der griechischen Staates an sich selbst erfahren muss. Sie kann sie in einem Antrag-Verfahren dann sehen. Antrag oder Staats-Pleite muss die Alternative lauten. Die Gelder müssen vorher auf eine virtuelle Drachmen-Währung herunter gerechnet werden, wahrscheinlich auf rund die Hälfte des Wertes. Die Hilfe-Pakete dürfen also nur rund die Hälfte an Euro betragen. Damit wäre das betrügerische Griechenland, das weit über seine Verhältnisse jahrelang geprasst hat, bestens bedient.

Es gibt dann einfach weniger. Die EU muss dafür sorgen, dass weniger Geld zu verteilen ist, die Verteilung dann aber auch selbst übernehmen. Auf diese Weise kann die Neuverschuldung Griechenlands auf ein erträgliches Maß reduziert werden, und die Korruption, die "dunklen Kanäle" dicht an den Milliarden, können vermieden werden. Was machen aber unsere EU- und Landes-Politiker an den Macht-Hebeln? Sie heben das Umlauf-Geld auf astronomische Höhen, weil sie mit den Banken verbandelt sind, selbst nämlich als ihre Schuldner in Abhängigkeit geraten sind. Sie lassen die Banken erneut profitieren und Risiko minimieren. Dafür rollen die geopferten Köpfe der Bürger die pyramidale Treppe herab, wie es einst die Majas gemacht haben. Grausig!

Ich will mich nicht wiederholen und verweise auf das Konzept von oben in diesem sachlichen Thread. Die Griechen dürfen kein Fass ohne Boden sein, die erfolgreiche Rettung aus der Krise im Hinblick auf andere Schulden-Länder der EU muss im Vordergrund stehen. Auch zu bedenken ist die Schulden-Geschichte Deutschlands, siehe die Anmerkung 1 HIER.

Nachtrag am 23/Juni/2011

Banken bringen auch Staaten in Bedrängnis. Diesen geht es nicht anders als Privat-Personen. Schulden müssen zurückgezahlt werden, Zinsen eingeschlossen. Verzug wird teuer. Dann fallen erhöhte Zinsen an. Weiterer Verzug endet mit dem Verscherbeln von Sicherheiten, die bei Vertrags-Abschluss hinterlegt wurden. Ein weiterer Verzug belastet mögliche Bürgen. Sie erleben das Gleiche wie die Schuldner selbst.

Das Leihen geht schnell, das Tilgen kann sich in die Länge ziehen, zum Alptraum werden. Griechenland wurde zum Alptraum, weil die Melk-Kuh "Hellas" nur ein Spielzeug ist, aus Holz, gar keine Milch gibt. Für diese kleine Kuh mit vier Holz-Rädern interessiert sich plötzlich die Welt.

Nun versucht man, die Kuh zu klonen. Inzwischen gibt es zuviel Holz, aber immer noch keine Milch. Ein neuer schwergewichtiger griechischer Finanz-Minister behauptet inzwischen, er sei aus Fleisch und reicht seine Hand. Man solle ihm doch vertrauen. Später komme die Milch. Was geschieht? Die Geldgeber über Banken gehen volles Risiko ein.

Banken machen mit, weil die risikofreudigen Geldgeber bürgen, über Bürger bürgen. Ihnen kann also nichts passieren. Darum interessiert es sie nicht, ob eine hölzerne Spielzeug-Kuh "Hellas" eines Tages Milch gibt oder nicht. Sie sind abgesichert.

Sie sind nicht interessiert. Sie sind an einem Erfolg der griechischen Wirtschaft nicht interessiert. Sie interessiert Griechenland überhaupt nicht. Sie wissen nicht einmal, wo Griechenland liegt. Sie haben noch nie etwas von Griechenland gehört. Sie überlassen das griechische Überweisungs-Konto, das ihnen die Geldgeber mitgeteilt haben, einer einzigen Sekretärin, die Griechenland buchstabieren kann und die Nummer hat.

In dieser Interessen-Lage versuchen Minister Schäuble und Kanzlerin Merkel, vielleicht noch der holländische Finanzminister, unwissende Banken zu einem freiwilligen Verzicht auf Milliarden zu bewegen. Diese wissen gar nicht, warum und für wen.

Ich höre gerade soeben von Herrn  Christian Trippe von der Deutschen Welle, Europa sind angesichts Griechenland die Visionen abhanden gekommen. Oben steht aber eine Vision geschrieben. Herr Schäuble, Rollstuhl-Minister, biss an, kopierte aber nur einen Teil, typisch für Europa, und fand kein Gehör, außer dass Minister Brüderle die Idee beim Illner-Talk gestern wiederholte. Wir haben also etwas, das Europa charakterisiert. Stückwerk und Chaos. Und Plagiate überall.

Johannes Hahn, EU-Kommissar und ehemaliger österreichischer Wissenschaftsminister, steht weiter unter Plagiatsverdacht.  Stoibers Tochter Drokto-Schmu. Silvana Koch-Mehrin. Doktor-Titel wegen ihrer Plagiate entzogen, wird europäische Beauftragte für Wissenschafts-Fragen.  Die FDP-Abgeordnete, die selbst eine mangelhafte Forschungsarbeit ablieferte, wird nun Vollmitglied im Forschungsausschuss des Europaparlaments. Geht eigentlich nicht, es sei denn die EU ist ein Tummelplatz von Parteien, die keine Skrupel haben.  (Sachliche Ausbeute aus meiner Suche im Spiegel-Online)

Es geht also auch noch lustig zu. Wer storniert wird, wird was. Da haben wir doch unser EUROPA! Ein liebenswertes, fideles, buntes, abwechslungsreiches Land unterschiedlicher Währungen. Diese Kraft! Diese Vitalität! Sie können reden und reden, Europa wird nicht sterben, es ist da, es wird da sein, es ist auf der Landkarte, ist in den "himmlischen Immobilien" des Vatikan verzeichnet, in der dortigen Registratur, ist in der "Göttlichen Komödie" von Dante oben, unten, links und auch rechts, allgegenwärtig, ist ein Faktor mit einem Zaun gegen Eindringlinge drumrum, ein Tummelplatz der Architektur.



Vision 2011/12/... Wiederaufbau der Gedächtniskirche Breitscheid-Platz  Berlin: Bitte nicht nur "Gedächtnis" an Zerstörung und Krieg!


Tummelplatz der Architektur
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin

Die Kirche heißt ja nun nicht: "Luft-Krieg-Berlin-Gedächtnis-Kirche. So sieht sie heute aus. Sie heißt Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Bevor Deutsche Politiker Europa-süchtig werden, verdient die deutsche Sprache die ihr gebührende Aufmerksamkeit. So fällt auf: der Name ist falsch. Statt nun umzubenennen, schlage ich vor, die Kirche wieder aufzubauen - zum Gedächtnis Kaiser Wilhelms I, eingeweiht von Wilhelm II,  der den Deutschen eine ungewöhnlich lange, schöpferische, friedliche, inspirierende, ideenreiche und tatkräftige Epoche gegeben hat, die "gute alte Zeit", die 1914/18  zu Ende ging. Wir müssen keine Monarchisten sein, um zu begreifen, dass der Name und der Zustand der Kirche nicht zusammen passen.

Es gibt bereits ein gutes Beispiel für historisierenden Wiederaufbau. Vorsichtig, auf den Cent schauend, wird das Berliner Schloss wieder erstehen. Ich hatte damals in meiner Nation-Hymne die Zeile stehen:

Goethe, Dürer, Schlüter, Kant (für Dichtung, bildende Kunst, Architektur und Philosophie)

Durch Oskar Lafontaine, in seiner Kolumne in der Bildzeitung, wurde die Zeile von ihm in

Goethe, Dürer, Beethoven, Kant (da war der Reim aber verkorkst)

"umgedichtet". In Wirklichkeit war ihm Schlüter als Haupt-Architekt des Berliner Schlosses nicht geläufig. Dann aber war der Blick plötzlich auf das Berliner Schloss gerichtet. Das Bundes-Parlament füllte flugs ebenfalls diese Wissenslücke - und beschloss auch gleich den Wiederaufbau. Ich nahm "Schlüter" danach aus meiner Nation-Hymne wieder heraus. Es hatte geholfen.

Nun kommt es darauf an, den sprachlichen Widerspruch der Bomber-Gedächtniskirche - die Erinnerung an den Krieg hängt in diesem Fall allmählich schon zum Halse heraus - aus dem Weg zu räumen und die Kirche wieder aufzubauen, damit Name und Architektur übereinstimmen. Bis 2014 wird es kaum zu schaffen sein. Dann jährt sich das Ende einer wundervollen Zeit zum hundertsten Mal. Oder doch?